Besondere Kinder brauchen starke Eltern. Deshalb rufen Caritas, Lebenshilfe und der Paritätische Wohlfahrtsverband eine Selbsthilfegruppe für Eltern von beeinträchtigten Kindern ins Leben. Geplant ist, dass sich die Gruppe ab Montag, 4. November, einmal monatlich in Geldern zum gemeinsamen Austausch trifft.

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Inklusion braucht Kooperation: Kompetenzkreis plant große Fachveranstaltung

Kevelaer. Kaum ein Thema ist so vielseitig wie Inklusion. Deshalb traf sich der Kompetenzkreis Inklusion erneut im Klostergarten in Kevelaer, um verschiedene Perspektiven zu dem Thema zusammen zu bringen. Das Team der Caritas-Inklusionsbüros hatte zu dem Austausch eingeladen, um mehr Vernetzung zum Thema Inklusion zu schaffen.

Beim Treffen des Kompetenzkreises wurden verschiedene Themen aus der Praxis aufgegriffen. Diskutiert wurde über Teilhabe, über Freizeitangebote sowie über Beratung und Unterstützung von Eltern. Dabei wurde deutlich: Wenn Inklusion besser gelingen soll, braucht es mehr Kooperation zwischen allen Beteiligten. Deshalb ist nun angedacht eine große Fachveranstaltung zu organisieren, die genau diese Vernetzung und Kooperation fördern soll. Um sowohl die Fachebene wie auch die Praxis dabei in Kontakt zu bringen, sollen Schulen, Kindergärten, Offenen Ganztage, Kommunen, Landschaftsverband und weitere Vertreter dazu eingeladen werden.

„Unser Netzwerk ist erneut gewachsen“, freute sich Adele Hoff, Leiterin der Caritas-Inklusionsbüros nach dem Treffen. „Wir haben neue Mitglieder in den Kompetenzkreis aufgenommen und neue Ansatzpunkte erarbeitet, wie wir das Thema Inklusion weiter voranbringen können.“

Das nächste Treffen des Kompetenzkreises soll im Herbst stattfinden, um die geplante Fachveranstaltung detaillierter vorzubereiten.

Inklusion: Bewegender Kinoabend mit Podiumsgespräch

In ganz Deutschland wurde in der vergangenen Woche einen Abend lang über Inklusion diskutiert – auch in Geldern. Hier hatte die Caritas ins Herzog-Theater eingeladen zum Kinoabend mit dem Film „Die Kinder der Utopie“ mit anschließendem Podiumsgespräch zum Thema Inklusion.

In ganz Deutschland wurde in der vergangenen Woche einen Abend lang über Inklusion diskutiert – auch in Geldern. Hier hatte die Caritas ins Herzog-Theater eingeladen zum Kinoabend mit dem Film „Die Kinder der Utopie“ mit anschließendem Podiumsgespräch zum Thema Inklusion. Gleich zwei Kinosäle voller interessierter Zuschauer und Zuhörer waren ins Herzog-Theater gekommen und nahmen spannende und bewegende Einblicke mit nach Hause.

Im Kinofilm „Die Kinder der Utopie“ treffen sich sechs junge Erwachsene wieder, die vor zwölf Jahren in eine inklusive Klasse einer Berliner Grundschule gegangen sind. Gemeinsam sehen sie sich Filmaufnahmen aus ihrer Schulzeit an und sprechen darüber, wie die gemeinsame Schulzeit sie geprägt hat. „Anderssein war damals allgemein akzeptiert in unserer Klasse. Das war später dann nicht mehr so“, sagt Christian, einer der jungen Erwachsenen auf der Leinwand, und bringt damit die Botschaft des Films gut auf den Punkt.

Nach dem Film lud das Team der Caritas-Inklusionsbüros die Zuschauer noch zu einem Podiumsgespräch im Kinosaal ein, bei der verschiedene Teilnehmer ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Thema Inklusion schilderten. Eindrucksvoll war vor allem das Statement von Markus Claßen (24), der früher selbst Schüler in einer Inklusionsklasse war, und der „Geht nicht, gibt’s nicht“ zu seinem Lebensmotto erkoren hat. „Ich bin in der Schule oft unterfordert worden, weil niemand an mich und meine Fähigkeiten geglaubt hat“, erzählte Markus Claßen. So habe er schließlich angefangen, selbst schreiben zu lernen.

Nachdenklich machte der Beitrag von Markus Scheffer, Sonderpädagoge an einer Gesamtschule. Im Jahr 2006 sei er für vier Schüler mit Förderbedarf zuständig gewesen. Heute sei er in praktisch der gleichen Zeit für knapp 20 Schüler zuständig. Ludger Peters und Simone Meder berichteten als betroffene Eltern über ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit dem Thema Inklusion. Simone Meder ermutigte dazu, Angst und Überforderung durch Nähe zu überwinden und einfach offen aufeinander zuzugehen. Ludger Peters hatte seinerzeit mangels anderweitiger Unterstützung eine Elterninitiative in Form eines Vereins gegründet, der heute rund 40 Menschen mit Beeinträchtigung zu einer Beschäftigung verhilft. Sein Credo: „Inklusion ist kein Geschenk, sondern ein Recht und ein Gewinn – nicht nur für beeinträchtigte Menschen, sondern für jeden.“

Diesem Fazit konnte sich das Team der Caritas-Inklusionsbüros voll anschließen und verabschiedete die knapp 200 Gäste schließlich noch mit bunten Blumen als Symbol für eine bunte und vielfältige Gesellschaft. Den Großteil der Einnahmen der Veranstaltung spendete das Kino zugunsten eines Projektes in der Inklusionsarbeit des Caritasverbandes.

Inklusion: Das Team des Hotels Klostergarten lernt Gebärdensprache

Inklusion geht immer von zwei Seiten aus. Deshalb lernen nun seit drei Wochen die Mitarbeiter im Hotel Klostergarten die Gebärdensprache, um sich mit ihrer gehörlosen Kollegin besser verständigen zu können. Unterstützt werden sie dabei von Dozentinnen des Integrationsfachdienstes des Landschaftsverbandes Rheinland.

Wer im Housekeeping eines Hotels arbeitet, muss auf Zack sein. Das ist auch im Hotel Klostergarten in Kevelaer nicht anders. Jeder Gast soll sich schließlich in seinem Zimmer rundum wohl fühlen. Hausdame Kornelia Danne und Zimmermädchen Jessika Jäger müssen deshalb bei der Reinigung der Zimmer Hand in Hand arbeiten. Doch wenn Kornelia Danne ihrer Kollegin noch schnell einen Arbeitsauftrag oder ein nettes Wort hinterherruft, verhallt ihr Ruf ungehört. Jessika Jäger ist gehörlos seit ihrer Geburt. Sie kann sich nur durch Gebärdensprache verständigen, die aber wiederum Kornelia Danne nicht versteht. Und dennoch haben sich die beiden mittlerweile so gut aufeinander eingestellt, dass die Zusammenarbeit praktisch reibungslos funktioniert. Damit es in Zukunft noch besser wird – auch mit allen anderen Kollegen – hat das ganze Team des Hotels Klostergarten nun an einem Kommunikationstraining für Gebärdensprache teilgenommen, organisiert vom Integrationsfachdienst Köln (IFD) des Landschaftsverbandes Rheinland.

Als Kollegen in einem Inklusionsbetrieb sind es die Mitarbeiter des Hotels Klostergarten gewohnt, sich in besonderer Weise auf die anderen Teammitglieder einzustellen. Deshalb sind auch im Kommunikationstraining alle mit Freude und Eifer dabei. Lebendig und praxisnah bringen die beiden Dozentinnen des Landschaftsverbandes mit Hilfe von zwei Gebärdensprachdolmetscherinnen den Hotel-Mitarbeitern die Gebärdensprache näher und üben mit ihnen eine Gebärde nach der anderen: Worte wie „Zimmer“, „Kopfkissen“ und „sauber“, aber auch „Urlaub“ und „Krankmeldung“. Dabei entdecken sie immer mehr Gesten, die sie von ihrer gehörlosen Kollegin kennen, aber bisher nicht oder nicht genau zu deuten wussten. Und nebenbei stellen sie fest: Auch in der Gebärdensprache können Freud und Leid mitunter nahe beieinander liegen. Die Gesten für „Pause“ und „Gefahr“ sind fast identisch und lassen sich nur durch den zugehörigen freudigen oder panischen Gesichtsausdruck auseinanderhalten.

Der Erfolg des Kommunikationstrainings zeigt sich schon jetzt. „Die Kollegen geben sich wirklich Mühe und wir können uns immer besser unterhalten“, sagt Jessika Jäger. Eine der Auszubildenden des Hotels, Celina Saat, hat sich sogar zwei Gebärdensprachen-Apps auf Handy geladen, mit denen sie abends nochmal ein paar Gebärden übt – Vokabeln lernen in Zeiten der Inklusion. Auch Hausdame Kornelia Danne sagt, dass die Zusammenarbeit vor allem zwischenmenschlich nun besser funktioniert: „Wir können uns jetzt auch ein wenig über Privates austauschen. Ich kann fragen, wie es Jessika geht, oder mich erkundigen, ob ihr Auto wieder repariert ist.“ Es sind die kleinen Gespräche, der Small-Talk am Rande, der aus dem Arbeitsleben ein gemeinsames Leben mit den Teamkollegen macht. Das liegt auch Hotelleiterin Nicole Grüttner am Herzen: „Wenn wir als Team zusammensitzen und uns unterhalten, sollen alle das Gefühl haben, dazuzugehören. Gerade in den letzten Wochen haben wir viel dazugelernt und unsere Hemmungen abgebaut, uns in Form von Gebärden mitzuteilen.“

Initiiert wurde das Training von Caritas-Mitarbeiter Christoph Schaffeld, der die integrativen Kollegen im Hotel Klostergarten pädagogisch begleitet. „Über den Integrationsfachdienst des Landschaftsverbandes Rheinland konnten wir diese Schulung für alle Mitarbeiter anbieten, die in den Inklusionsbetrieben der Caritas hier im Klostergarten arbeiten – sowohl für das Hotel als auch für die Klosterküche“, erklärt Christoph Schaffeld. Gemeinsam mit dem Integrationsfachdienst will er nun noch weitere Hilfen organisieren, beispielsweise einen Pager, den Jessika Jäger am Gürtel tragen kann und der sie zum Beispiel bei Feueralarm warnt, oder einen Jobcoach der sie eine Zeitlang bei der Arbeit begleitet und konkrete Vorschläge macht, wie der Arbeitsplatz für Jessika noch passender gestaltet werden kann. Im Workshop entstand zudem die Idee der „Stillen Minuten“. In dieser Zeit übt das Team ab sofort während des gemeinsamen Teamfrühstücks täglich miteinander die Gebärdensprache.

Kompetenzkreis zur Begleitung der Inklusionsbüros gegründet

Seit einem Jahr baut die Caritas in Geldern, Kevelaer und Straelen Inklusionsbüros auf und weitet seitdem das Beratungs- und Begleitangebot zu diesem Thema stetig aus. Eltern, Kindergärten, Schulen und andere Einrichtungen finden hier kompetente und einrichtungsunabhängige Ansprechpartner zum Thema Inklusion.

„Rund um das Thema Inklusion ist sehr viel in Bewegung. Deshalb müssen wir unsere Arbeit stetig weiterentwickeln, um betroffenen Eltern und anderen Ansprechpartnern kompetente Beratung bieten zu können“, sagt Adele Hoff, Leiterin der Inklusionsbüros. Um sicherzustellen, dass sich diese Weiterentwicklung immer an den aktuellen fachlichen und praktischen Gegebenheiten orientiert, wurde nun ein Kompetenzkreis ins Leben gerufen, der die Arbeit der Inklusionsbüros zukünftig begleiten soll.

Dem Kompetenzkreis gehören Professor Helmut Prior von Hochschule Rhein-Waal, Professorin Sandra Glammeier von der Hochschule Niederrhein, Dr. Andrea Weidenfeld und Kirsten Hack vom Landschaftsverband Rheinland, die Sozialdezernenten Marc Buchholz für Kevelaer und Christan Hinkelmann für Straelen, sowie als Vertreter der Caritas Vorstand Andreas Becker, Monika Brüggenthies, Vera Vester, Adele Hoff, Ina Martens und Sigrid Thomas an.

Beim ersten Treffen war es zunächst wichtig, den Teilnehmern einen umfassenden Überblick über das Thema Inklusion zu verschaffen und erste Eindrücke aus der Beratungspraxis der Inklusionsbüros zu schildern. In der weiteren Zusammenarbeit wird es darum gehen, praktische Bedarfe der Menschen vor Ort und strukturelle Probleme zu identifizieren, um dann mögliche Inklusionsbarrieren abbauen zu können. Auch Kooperationen mit den Studenten der beteiligten Hochschulen in Form von Praktika oder Projektarbeiten sollen vertieft werden. Nicht zuletzt erhoffen sich die Teilnehmer des Kompetenzkreises, praktische Ergebnisse der Inklusionsarbeit in die eigene Institution oder in die eigenen Kommune zurückspielen zu können.

Zentrale Anlaufstelle bei Fragen zur Inklusion jetzt auch in Kevelaer

Eine zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema Inklusion hat die Caritas nun in Kevelaer eröffnet. Zum Start des Inklusionsbüros präsentierten sich die Mitarbeitenden an einem Stand auf dem Wochenmarkt in Kevelaer. Ab sofort steht Ina Martens im Caritas-Centrum an der Marktstraße 35 als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Rund um den Infostand auf dem Kevelaerer Markt zeigte sich, wie groß der Informations- und Beratungsbedarf zur Inklusion ist. Vertreter aus Politik und Verwaltung sowie viele interessierte Bürger nutzten die Gelegenheit, sich über das neue Angebot der Caritas zu informieren. Neben der Landtagsabgeordneten Margret Voßeler besuchte auch Sozialdezernent Marc Buchholz den Infostand und freute sich über das neue Angebot in der Wallfahrtsstadt: „Ich bin froh, dass die Caritas mit dem Inklusionsbüro den Weg nach Kevelaer gefunden hat und dieses vielfältige Angebot ins Leben gerufen hat“, sagte Buchholz. Damit könne man den Bereich der Inklusion weiter fördern und ausbauen. Außerdem sei so eine zentrale Anlaufstelle geschaffen worden, die vielen Familien Hilfe bieten werde.

Ina Martens, die das Inklusionsbüro in Kevelaer leitet, führte bereits am ersten Tag viele Gespräche mit Netzwerkpartnern und Betroffenen. „Die Menschen haben uns immer wieder berichtet, dass sie sich eine Anlaufstelle für alle Fragen zum Thema Inklusion wünschen“, sagte Ina Martens. Entsprechend froh seien die Menschen, dass es diese nun gebe. „Als eine Art Wegweiser möchten wir die Menschen begleiten und unterstützen, um gemeinsam die jeweils besten Lösungen für die Betroffenen zu finden.“

Das Inklusionsbüro in Kevelaer ist ab sofort im Caritas-Centrum Kevelaer-Weeze an der Marktstraße 35 in Kevelaer oder telefonisch unter 02834 915187 erreichbar. Weitere Informationen sind auch im Internet unter www.caritas-geldern.de/inklusion abrufbar.

Damit Eltern sich nicht allein durchkämpfen müssen: Inklusionsbüro in Straelen eröffnet

Auch in Straelen gibt es nun eine zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema Inklusion. Zur Eröffnung des Caritas-Inklusionsbüros in der Blumenstadt schaute unter anderem Bürgermeister Hans-Josef Linßen an dem Infostand auf dem Wochenmarkt vorbei.

Rund um den Infostand auf dem Straelener Markt zeigte sich, wie groß der Informations- und Beratungsbedarf zur Inklusion ist. Vertreter aus Politik und Verwaltung, aus der Kirchengemeinde und viele interessierte Bürger nutzten die Gelegenheit, sich über dieses neue Angebot der Caritas zu informieren. Auch Straelens Bürgermeister Hans-Josef Linßen freute sich über das Inklusionsbüro: „Das Thema Inklusion bewegt derzeit viele Menschen. Deshalb bin ich froh, dass die Caritas uns bei diesem Thema nun unterstützt“, sagte Linßen. Damit werde nicht nur das Angebotsportfolio für junge Familien in der Stadt weiter ausgebaut, sondern auch das Engagement vieler Ehrenamtlicher in diesem Bereich professionell begleitet.

Adele Hoff, die das Inklusionsbüro in Straelen leitet, führte bereits am ersten Tag viele Gespräche mit Netzwerkpartnern und Betroffenen. „Die Menschen erzählen, dass sie sich bisher immer allein durchkämpfen mussten“, berichtete Adele Hoff. Entsprechend froh seien die Menschen, dass es nun eine zentrale Anlaufstelle gebe. Auch konkrete Fragen nach Praktikumsplätzen für beeinträchtigte Jugendliche wurden gestellt. „In den Inklusionsbüros stehen wir den Menschen entweder direkt beratend zur Seite oder können über unser Netzwerk Tipps geben, wo sie sich hinwenden können“, erläuterte Adele Hoff das neue Angebot der Caritas.

Das Inklusionsbüro in Straelen ist ab sofort im Caritas-Centrum an der Marienstraße 61 oder telefonisch unter 02834 915187 erreichbar. Weitere Informationen sind auch im Internet unter www.caritas-geldern.de/inklusion abrufbar.

Erstes Inklusionsbüro der Caritas in Geldern eröffnet

Mit den Inklusionsbüro der Caritas gibt es nun in Geldern eine Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema Inklusion. Zur Eröffnung präsentierten sich die Mitarbeitenden des Inklusionsbüros heute mit einem Stand auf dem Wochenmarkt. Ab nächster Woche steht Ernst Heien im Caritas-Centrum am Südwall 54 als Ansprechpartner zur Verfügung.

Rund um den Infostand auf dem Gelderner Markplatz zeigte sich schnell, wie große der Informations- und Beratungsbedarf zur Inklusion ist. Schulleitungen und Kindergartenleitungen, aber auch Vertreter von Behinderteneinrichtungen informierten sich bei den Caritas-Mitarbeitern. Auch Gelderns Bürgermeister Sven Kaiser kam – ebenso wie andere politische Vertreter – zur Eröffnung des Inklusionsbüros und wünschte viel Erfolg für die anstehende Arbeit. Der Verein Papillon hatte zur Eröffnung Kaffee und Kuchen gesponsert. Das Liebfrauen-Berufskolleg steuerte bunte Inklusionsskulpturen bei.

Schon am Eröffnungstag des Inklusionsbüros führten die Caritas-Mitarbeitenden viele Gespräche mit Eltern und Kooperationspartnern. Fragen nach Wohn- und Praktikumsmöglichkeiten für Menschen mit Beeinträchtigung kamen dabei ebenso auf wie der Wunsch nach Vermittlung bei Gesprächen zwischen Eltern und Kindergarten. „Das Thema Inklusion wirft nach wie vor viele Fragen auf, und viele Betroffene wissen nicht, an wen sie sich wenden können“, sagte Ernst Heien vom Gelderner Inklusionsbüros. „Deshalb sind wir in den Inklusionsbüros erste Anlaufstelle und stehen den Menschen entweder direkt beratend zur Seite oder können über unser Netzwerk Tipps geben, wo sie sich hinwenden können.“

Das Inklusionsbüro in Geldern ist ab sofort im Caritas-Centrum am Südwall 54 oder telefonisch unter 02831 9102369 erreichbar. Die weiteren Inklusionsbüros eröffnet die Caritas am 3. Mai ab 14 Uhr auf dem Marktplatz in Straelen und am 4. Mai ab 9.30 Uhr auf dem Peter-Plümpe-Platz in Kevelaer. Weitere Informationen sind auch im Internet unter www.caritas-geldern.de/inklusion abrufbar.

Caritas-Mitarbeitende berichten an der Hochschule Rhein-Waal

Wie funktioniert Inklusion in der Praxis? Im Rahmen eines Seminars gaben Adele Hoff, Ina Martens und Ernst Heien ihre Erfahrungen an die Studierenden des Fachbereichs „Frühkindliche Bildung“ weiter und diskutierten mit ihnen verschiedene Aspekte von Inklusion.

Seit 2015 hat der Caritasverband Geldern-Kevelaer e.V. im Rahmen eines großen von der „Aktion Mensch“ geförderten Projektes viele Menschen – Betroffene, Angehörige, Interessierte – und Institutionen zusammengebracht und damit nicht nur ein breites Bewusstsein für das Thema Inklusion geschaffen, sondern auch starke Netzwerke geknüpft. Schon damals hatten Studierende der Hochschule Rhein-Waal unter der Leitung Professor Helmut Prior im Rahmen einer Elternbefragung mitgeholfen, die Bedarfe und Interessen von Eltern wissenschaftlich zu erheben und auszuwerten. Auch über diese Ergebnisse tauschten sich die Caritas-Mitarbeitenden mit den Studierenden noch einmal aus.

„Wir haben mit den Studierenden eine sehr engagierte Diskussion geführt“, freute sich Caritas-Projektleiterin Adele Hoff, „die Studierenden hatten sich bereits eingehend mit dem Thema Inklusion beschäftigt und konnten gute Beiträge in Diskussion einbringen.“

Zum Abschluss berichteten Adele Hoff, Ina Martens und Ernst Heien auch über die geplanten nächsten Schritte. Nach erfolgreicher Bewilligung durch die Aktion Mensch ist der Caritasverband nun dabei, Inklusionsbüros in Geldern, Kevelaer und Straelen aufzubauen, um dem Bedarf nach einrichtungsunabhängiger Beratung für Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger gerecht zu werden. Ziel dieser Inklusionsbüros sei es, zu informieren, zu beraten, an andere Fachstellen weiter zu vermitteln und die Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigung zu stärken.

Inklusion bleibt Generationenaufgabe: Abschluss des Projektes Inklusionsförderung

Kaum ein Thema wird so vielschichtig diskutiert, wie das Thema Inklusion. Dass in unserer Region dieses Thema und damit die Frage nach einem vielfältigen Zusammenleben in einer Gesellschaft überhaupt mit großer Beteiligung diskutiert wird, ist nicht zuletzt das Verdienst der intensiven Netzwerkarbeit im Projekt Inklusionsförderung. Seit drei Jahren bringen Caritas und Aktion Mensch in diesem Projekt Menschen zusammen, die sich dieses großen Themas annehmen. Gestern wurde der Abschluss des Projektes im Klostergarten Kevelaer gefeiert.

„In den vergangenen drei Jahren sind Beziehungen und Netzwerke entstanden. Damit haben wir nachhaltig etwas bewegt“, sagte Caritas-Vorstand Andreas Becker bei der Begrüßung der 50 Netzwerkpartner im Klostergarten. Damit sprach er zugleich auch ein Lob an die Projektmitarbeiter, Adele Hoff, Ina Martens und Ernst Heien aus, die in Geldern, Kevelaer und Straelen das Thema Inklusion vorangebracht haben. Auf Workshops und Fachtagungen wurde viele Informationen – nicht nur für Fachleute – zusammengetragen, in Netzwerk- und Arbeitsgruppen wurden konkrete Lösungen und Projekte erarbeitet. Unter anderem wurden inklusive Freizeitangebote initiiert und gezielte Fortbildungsangebote für Fachkräfte angeboten. Dies alles gelang vor allem deshalb, weil sich viele Beteiligte anstecken ließen von der Idee einer Gesellschaft, die auf Teilhabe und Chancengleichheit für jeden, fußt.

Diesen Ansatz bestätigte auch Dr. Maria Lüttringhaus vom Institut für Sozialraumorientierung, Quartier- und Casemanagement in Essen. In ihrem Fachvortrag beschäftigte sie sich mit der Frage, wie der Gedanke der Inklusion tatsächlich vor Ort gelebt und verankert werden kann. „Inklusion ist nur zu 5 Prozent Arbeit mit behinderten Menschen, und zu 95 Prozent Arbeit mit allen anderen Menschen da draußen. Dort muss das Bewusstsein für Inklusion wachsen“, sagte Maria Lüttringhaus.

Zum Abschluss dankte Projektleiterin Adele Hoff allen Anwesenden für die intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit: „Es war für uns alle eine sehr spannende Zeit und wir würden uns freuen, diese Zusammenarbeit auch in Zukunft im Sinne der Inklusion weiterzuführen.“ Damit warf sie bereits den Blick voraus, denn die nächsten Ideen sind bereits konkret. In einer gemeinsam mit der Hochschule Rhein-Waal durchgeführten Umfrage unter 500 Eltern von Grundschul- und Kindergartenkindern im Südkreis Kleve zeigte sich, dass ein großer Bedarf an professioneller und unabhängiger Beratung besteht. Daraus ist der Plan entstanden, in naher Zukunft Inklusionsbüros in Geldern, Kevelaer und Straelen einzurichten. Denn bei allen Schritten, die bereits erfolgreich gegangen wurden, bleibt trotzdem noch ein weiter Weg bis zu einer inklusiven Gesellschaft. Inklusion ist und bleibt eine Generationenaufgabe