In welcher Schule ist ein Kind am besten aufgehoben? Gerade bei Kindern mit Entwicklungsdefiziten stehen nicht nur Eltern, sondern auch Pädagogen, Therapeuten und Ärzte vor dieser schwierigen Frage. Um Rahmenbedingungen zu klären und Entscheidungshilfen anzubieten, hatte die Caritas zu einer Fachtagung nach Kevelaer eingeladen.

Weiterlesen

Derzeit laufen wieder die Anmeldeverfahren für die Kindergärten und Grundschulen im Gelderland. Gerade Eltern von Kindern mit besonderem Förderbedarf stehen deshalb vor der wichtigen Frage, wie sie die richtige Kita oder Schule für ihr Kind finden. Die Mitarbeiterinnen der Inklusionsbüros der Caritas geben dazu Informationen, worauf Eltern achten sollten.

Bei der Auswahl einer Kita ist es wichtig darauf zu achten, welche besonderen Angebote es für Kinder mit Förderbedarf gibt, raten die Mitarbeiterinnen in den Inklusionsbüros der Caritas. So können Eltern beispielsweise auf diese Punkte achten: Sind die Mitarbeitenden in der Einrichtung sonderpädagogisch fortgebildet oder sind entsprechende Weiterbildungen geplant? Wie viel Erfahrung hat die Einrichtung mit der Betreuung von Kindern mit besonderem Förderbedarf? Gibt es Kontakte mit Praxen oder der Frühförderstelle?

Beim Übergang in die Grundschule stellt sich für Eltern oft die Grundsatzfrage, ob sie ihr Kind an einer Förderschule anmelden möchten oder an einer Regelschule, wo es im Rahmen des gemeinsamen Lernens gefördert wird. Entscheiden sich Eltern für Letzteres, sollten sie auch dort nachfragen, welche konkreten Förderungen die Schule bzw. der offene Ganztag im konkreten Fall ihres Kindes anbieten. Wenn der Umfang des Förderbedarfs eine sonderpädagogische Unterstützung erfordert, sollte in Absprache mit der Schule beim Schulamt ein so genanntes AOSF-Verfahren eingeleitet werden. Dabei werden im Rahmen eines pädagogischen Gutachtens die Förderbedarfe des Kindes festgestellt sowie Art und Umfang der notwendigen Hilfen empfohlen.

Manchmal stellt sich auch die Frage nach einer Integrationshilfe. Dazu muss zunächst der ein genauer Förderbedarf diagnostiziert werden – in der Regel vom Kinderarzt. Die Integrationshilfe müssen die Eltern dann, je nach Diagnose, beim zuständigen Jugend- oder Sozialamt beantragen. Spezielle Hilfsmittel, zum Beispiel Lese- oder Kommunikationsgeräte, können bei den jeweiligen Krankenkassen beantragt werden.

„Gerade beim Thema Inklusion stehen Eltern vor einer Vielzahl von Fragen, auf die es meist keine pauschalen Antworten gibt“, sagt Adele Hoff. „Jedes Kind ist anders, und deshalb geht es immer darum, individuell passende Lösungen zu finden.“ Wer dazu weitere Fragen hat, kann sich an die Inklusionsbüros der Caritas wenden. Dort beraten Sigrid Thomas in Geldern (Tel. 02831 9102300), Ina Martens in Kevelaer (02832 9259300) und Adele Hoff in Straelen (Tel. 02834 915187) Eltern und Einrichtungen zu allen Fragen rund um das Thema Inklusion und vermitteln auch zu weiteren Fach- und Beratungsstellen.

Einen wichtigen Tipp gibt Adele Hoff jedoch allen Eltern für die Auswahl der richtigen Kindertagesstätte oder Schule mit auf den Weg: „Schauen Sie neben alle formalen Aspekten gut darauf, in welcher Einrichtung sich ihr Kind wohlfühlt. Auch das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass sich Kinder bestmöglich entwickeln.“

Weitere Informationen und Kontaktdaten gibt es auch im Internet unter www.inklusion-leicht-gemacht.de